Anku (genannt Januk) vom Maieriesli
Lieber Januk
Du bist für mich ein ganz spezieller Hovawart gewesen, denn deine Geschichte hat ja eigentlich schon vor ca. 30 Jahren angefangen. Ich hatte dazumal einen schwarzen Hovawart (Maik vom Menzigerholz). Bei einem Spaziergang begegnete uns zufälligerweise ein nettes Pärchen. Man grüsste sich höflich und ich wurde gefragt, was für eine Rasse den dieser Hund sei. So einen Hund würden sie sich eventuell auch zulegen. Dass aus dieser Begegnung später die Zuchtstätte „vom Maieriesli“ von Marina und Peter Rettenmund entstehen würde, konnten wir alle drei an diesem Tag nicht voraussehen. Noch weniger, dass Jahre später du, Januk, aus ihrem aller ersten Wurf zum mir kommen würdest.
Dass du so ein ruhiger und wesensstarker Hovawart wurdest, verdanke ich einerseits deinen Züchtern Marina und Peter, andererseits auch deinen Vorbesitzern Stefan und Markus. Ich hatte ja schon zwei Hovawarte vor dir, aber du hast beide um Meilen mit deinem Wesen in den Schatten gestellt. Du hast mein Leben bereichert und mich auch in den nicht so tollen Momenten mit deiner Anwesenheit unterstützt.
Am letzten Freitag sind wir gemeinsam zu einer Wanderung aufgebrochen. Auch wenn du mit etwas mehr als elf Jahren nicht mehr der Jüngste warst, bist du frisch und munter vorausgelaufen, hast alles was dich interessierte am Wegesrand erkundet. Dass du dabei ziemlich ins Hecheln kamst, ist mir nicht speziell aufgefallen. Dass dich deine Kräfte langsam verlassen, hast du mir nie gezeigt. Auch nicht daheim bei unseren normalen Streifzügen hier in der unmittelbaren Umgebung. Vielleicht hast du es mir gezeigt und ich habe es einfach nicht bemerkt. Deine leichte Schilddrüsenunterfunktion hatten wir medikamentös im Griff, ebenso der Beginn deiner Arthrose im rechten vorderen Ellbogengelenk. Dass du bei dieser Wanderung zusammenbrichst, Schleim und Blut erbrichst, konnte ich nicht vorausahnen. Dass beim Tierarzt auch noch Flüssigkeit in der Lunge entdeckt wurde, kam noch oben drauf. Du hast gekämpft, ich spürte, dass du bei mir bleiben wolltest: Aber dein Herz und der Kreislauf waren schlussendlich zu schwach, um all dies noch zu überstehen.
Lieber Januk, ich danke dir von Herzen für alles, was du mir in der Zeit, die du bei mir warst, geschenkt hast. Dein treuer Blick, dein gutmütiges Wesen, deine Geduld mit mir… und und und…. Ich vermisse dich und du fehlst an allen Orten. Du warst mein treuester Begleiter, den ich je hatte.
Ich hoffe du hast nun einen schönen Platz hinter der Regenbogenbrücke gefunden. Vielleicht begleitest du ja mit deiner Mutter Sina deinen ersten Besitzer Stefan auf seinen Wanderungen in einer Welt, welche uns Zurückgebliebenen noch verschlossen bleibt. Ich glaube fest, dass es Stefan freut, dich wiederzusehen und wieder mit dir vereint zu sein.
Mach‘s gut mein Freund. Und wenn ich dir eines Tages folgen werde, ich verspreche es dir, ich werde dich finden… oder du mich.
Leo Bäder