Die Zucht von gesunden Hunden hat im Schweizerischen Hovawart Club höchste Priorität. Wir sind stolz auf die vergleichsweise hohe Lebenserwartung unserer Hunde von 11 Jahren und knapp 1 Monat im Jahr 2010.

Der Schweizerische Hovawartclub SHC hat Anfang 2007 bei seinen Mitgliedern eine Umfrage zum Gesundheitszustand der Hovawarte in der Schweiz durchgeführt. Es wurden Fragebogen in rund 900 Haushalte verschickt. Ausgefüllt zurück kamen Fragebogen zu 450 Hunden, was einer hervorragenden Rücklaufquote entspricht. Die Statistik ist damit repräsentativ. Alle Angaben auf den Fragebogen wurden elektronisch erfasst und von unserem Biologen, Genetiker und EDV-Spezialisten Marco Tottoli ausgewertet.

Die Daten werden, zusätzlich zum bereits umfangreich vorhandenen Datenmaterial zu unseren Hunden und deren Gesundheit, in der elektronischen SHC-Zuchtdatenbank abgelegt. Im SHC haben wir im Jahr 1996 mit der systematischen Erfassung von Zuchtdaten mit einem speziell dafür eingerichteten Karteiprogramm angefangen, und wir sind laufend daran, dieses bedarfsgerecht auszubauen. Konkret ist unter anderem geplant, die Angaben zu Gesundheit und Todesursachen der einzelnen Hunde in die Ahnentafeln aufzunehmen. Die Zuchtdatenbank ist längst ein wichtiges Nachschlagewerk zum Beispiel als mittlerweile unverzichtbares Hilfsmittel bei der gemeinsamen Wurfplanung von Züchtern und Zuchtleiterin. In diesem Zusammenhang versteht es sich von selbst, dass jedes einzelne Mitglied, das einen Fragebogen ausgefüllt hat, einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung unserer Rasse geleistet hat. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.

Aufgrund der Umfrage-Ergebnisse darf ich den Schluss ziehen, dass wir mit unserer bisherigen Zuchtstrategie auf guten Wegen sind: Es gibt keine Erbkrankheiten, die als hovawartspezifisch zu bezeichnen wären. Es gibt auch keinen Handlungsbedarf punkto Ellenbogenröntgen oder obligatorischer Augenuntersuchung für den Zuchteinsatz.

Die Ergebnisse im Detail
  • In 90,7% der Fälle sind die Halter/innen zufrieden mit der Gesundheit ihrer Hunde, nur 2,2% bezeichnen den Gesundheitszustand ihres Hundes als schlecht (8 Hunde) bis sehr schlecht (2 Hunde).
  • Ohne Berücksichtigung von Unfällen und akuten Infektionen beträgt die mittlere Lebenserwartung knapp 11 Jahre. Dabei wurden Todesfälle in den Jahren 1985 bis 2007 berücksichtigt, wobei auffällt, dass die Lebenserwartung von Jahr zu Jahr steigt; so betrug sie zum Beispiel zwischen 2005 und 2007 gut 12 Jahre). Der Alterspeak am Todestag liegt bei 12 Jahren. Weitaus die meisten Hunde, nämlich mehr als ein Drittel, verstarben altershalber. Mit mehr als 20 Prozent bzw. gut 10 Prozent wird Krebs bzw. Hinterhandschwäche als zweit- bzw. dritthäufigste Todesursache angegeben. Auch bei den Krebsfällen und denjenigen Hunden, die wegen Hinterhandproblemen eingeschläfert werden mussten, waren die meisten fortgeschrittenen Alters. Die häufigsten Krebsarten sind Mamma-, Knochen und Lymphdrüsenkarzinome.
  • Besonders erwähnenswert sind 28 Hunde (6,22%) mit Kreuzbandschäden
  • Besonders erwähnenswert sind 14 Hunde mit Erkrankung an Borreliose, 6 davon mit bleibenden Schäden.
  • Weiter leiden 8% der Hunde an einer Futtermittelunverträglichkeit, und 6,44% der Hunde werden als Allergiker bezeichnet, wobei bei diesen Hunden meistens unklar ist, ob es sich um eine echte Allergie oder um eine Futtermittelunverträglichkeit handelt.

Denise Gaudy